Aachener Dreifensterhaus

 

 

Das Aachener Dreifensterhaus hat während der Renaissance von 1520 bis 1620 seine charakteristische Bauform aus dem traditionsreichen Dreifensterhaus entwickelt. Dieser Haustyp hielt sich fast dreihundert Jahre. Das Dreifensterhaus zählte zu den Aachener Bürgerhäusern. Das ursprüngliche Dreifensterhaus war giebelständig. Der Giebel wurde zum Symbol des Eigenbesitzes und der Selbständigkeit. Die Firstschwenkung von giebel- zur Traufständigkeit erfolgte um 1730.[2]

 

Das Aachener Dreifensterhaus hat in dem niederdeutsch-flamischen Haustyp seine Entsprechung, dessen Verbreitung bis in den Hennegau erfolgte.

 

Zu den lokalen Charakteristiken gehörten der Grundriss bestehend aus einer 3,5 bis 5 m breiten Front und einer 8 bis 10 m langen Tiefe[3] sowie die ganze oder teilweise Unterkellerung. Das Kellergewölbe bestand aus einer Tonne, die flach und durchlaufend war. Im Erdgeschoss gelangte man durch einen Zugang im Vorderzimmer in den Keller. Zugleich befand sich neben der Haustür ein Kellerhals für die Anlieferung von Waren und Kohle. Hinter dem Hof war oft ein Querbau errichtet, der als Werkstatt genutzt oder vermietet wurde.

 

Das Erdgeschoss bestand aus zwei Räumen, die von einer frontparallelen Fachwerkwand getrennt waren. Diese beiden Räume wurden als das Vorhaus oder Vorhuis und das Hinterzimmer, die Achterkammer bezeichnet und als Laden oder Werkstatt verwendet. Über eine Spindeltreppe in einem Winkel hinten im Vorhuis gelangte man in den Oberstock mit den Wohnräumen und der Küche. Später wurde die Spindeltreppe, die ein Seil als Handlauf hatte, in den Flur verlegt, der infolge des Einbaus einer weiteren Fachwerkwand, die senkrecht zur Front verlief, entstand. Diese Trennwände, auch Raumteiler genannt, hatten keine tragende Funktion. Die Spindeltreppe befand sich in der Flurmitte und war ohne Tageslicht. Zuweilen wurde zwischen den beiden Räumen ein Alkoven-Raum erstellt. Diese frühen Formen eines Reihenhauses hatten gemeinsame Brandmauern. Laurenz Mefferdatis Entwurf für seinen Umbau von dem Haus zum Birnbaum beruhte auf diesem Grundriss.

 

Von Mefferdatis stammte eine Sonderform: Die Reihenhausanlage bestehend aus drei Dreifensterhäusern unter einem Dach, deren Front wie ein großes repräsentatives Wohnhaus wirkte.[4] Das mittlere Reihenhaus wurde durch einen Giebel betont.[5] Sein Vorhaben sollte in der Jakobstraße Ecke Karlsgraben realisiert werden. Sein Auftraggeber war die Karlsschützengilde.

 

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dreifensterhaus, Bildquelle: Von Consectatio